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1. Ankylosierende Spondylitis

Axiale Spondyloarthritis:
1. ankylosierende Spondylitis

Literatur zur Epidemiologie

  1. Gesundheitsberichterstattung des Bundes, Heft 49, Entzündlich-rheumatische Erkrankungen. Robert-Koch-Institut, 2010
  2. Sieper J et al. Ankylosing spondylitis: an overview. Ann Rheum Dis 2002; 61(Supp lII) iii8-iii18
  3. Braun J, Sieper J (Hrsg.). Spondylitis ankylosans. UNI-MED-Verlag, Bremen 2002
  4. Khan MA et al. Update on spondyloarthropathies. Ann Intern Med 2002; 136: 896–907
  5. Rudwaleit M, Sieper J. Diagnostik und Therapie der ankylosierenden Spondylitis (Morbus Bechterew). Dtsch Med Wochenschr 2005; 130: 1882–1886
  6. Haibel H et al. Epidemiologie und Versorgung im Bereich der Spondylarthropathien. Z Rheumatol 2002; 61: 30–38
  7. Zeidler H et al. Interdisziplinäre klinische Rheumatologie. Springer, 2008

Zusammenspiel von genetischer Disposition und äußeren Faktoren

Ursachen und Pathogenese der ankylosierenden Spondylitis sind bislang noch nicht aufgeklärt. Aufgrund des familiär gehäuften Auftretens und der starken Assoziation mit HLA-B27 ist eine genetische Komponente naheliegend. Man vermutet eine multifaktorielle Genese, ein Zusammenwirken von äußeren Faktoren, z. B. (intestinalen) bakteriellen Infektionen, und der genetischen Disposition.

Im Zentrum des immunvermittelten Entzündungsgeschehens steht das proentzündliche Zytokin Tumornekrosefaktor (TNF), das im entzündeten Gewebe bei Patienten mit anklylosierender Spondylitis in hohen Konzentrationen nachgewiesen werden kann.

Pathogenese der ankylosierenden Spondylitis

Typisch bei ankylosierender Spondylitis: Entzündlicher Rückenschmerz

Hauptsächlich manifestiert sich die ankylosierende Spondylitis am Achsenskelett und den Sakroiliakalgelenken. Ihr typisches Symptom ist der tiefsitzende entzündliche Rückenschmerz vor allem nachts, der sich durch Bewegung bessert. In späten Stadien kann es zur völligen Versteifung der Wirbelsäule („Bambuswirbelsäule“) kommen, die neben Bewegungseinschränkungen den typischen fixierten Rundrücken zur Folge hat.

Klinisches Bild der ankylosierenden Spondylitis

Daneben sind Entzündungen der peripheren Gelenke und der Sehnen sowie Sehnenansätze möglich. Periphere (extraartikuläre) Manifestationen betreffen z. B. die Haut, die Augen oder den Darm.

Periphere Manifestationen der ankylosierenden Spondylitis

Frühe Diagnose der ankylosierenden Spondylitis wichtig

Durchschnittlich vergehen bis zu 10 Jahre vom Auftreten der ersten Symptome bis zur Diagnose „ankylosierende Spondylitis“. Innerhalb dieses Zeitraums erfolgt jedoch der größte Verlust der körperlichen Funktionsfähigkeit durch die irreversible Verknöcherung der Wirbelsäule und der Sakroiliakalgelenke und es verliert fast jeder dritte Patient seinen Beruf.

Ein entzündlicher Rückenschmerz zusammen mit positivem HLA-B27-Nachweis sollte immer zur fachärztlichen Abklärung mit Klassifikation der AS nach standardisierten Kriterien führen.

Diagnostik der ankylosierenden Spondylitis

Bei Patienten mit axialer Spondyloarthritis werden verschiedene Scores zur Beurteilung eingesetzt.

Beurteilung von Krankheitsaktivität und Therapieansprechen

Therapieziele: Schmerzfreiheit, Beweglichkeit und verbesserte Lebensqualität

Die Therapie der ankylosierenden Spondylitis orientiert sich am Schweregrad und am Verlauf. Sie soll die Entzündung wirksam hemmen, schnell zur Schmerzlinderung führen, das Fortschreiten der Krankheit verhindern, die Funktionsfähigkeit erhalten und insgesamt die Lebensqualität verbessern.

Für Patienten mit ankylosierender Spondylitis, die auf eine konventionelle Therapie nicht oder nur ungenügend ansprechen, stehen seit einigen Jahren Biologika als neue Therapieoption zur Verfügung. Sie greifen gezielt in den Entzündungsmechanismus ein.

Therapie der ankylosierenden Spondylitis

Anamnese und Untersuchung des Rückens