Diagnostik der juvenilen idiopathischen Arthritis

Die Diagnostik der juvenilen idiopathischen Arthritis stützt sich auf die sorgfältige Anamnese/Familienanamnese und klinische Untersuchung sowie ergänzend bildgebende Verfahren und Laborbefunde.

Die Anzahl und Lage der betroffenen Gelenke sowie das Vorhandensein von Allgemeinsymptomen, Hautläsionen, Enthesiopathien oder einer Uveitis sind abhängig vom vorliegenden Subtyp der juvenilen Arthritis. Die Familienanamnese bezüglich Psoriasis, Uveitis, Morbus Reiter oder weiterer rheumatischer Erkrankungen kann Hinweise auf den vorliegenden Subtyp liefern.

Laborbefunde

Es gibt keine für die JIA typischen Laborbefunde, jedoch sind einige Parameter diagnostisch bzw. differenzialdiagnostisch sinnvoll.

Entzündungsparameter und immunologische Marker

  • erhöhte CRP- und BSG-Werte
  • normale Entzündungsparameter schließen eine aktive JIA jedoch nicht aus
  • bei hochentzündlichen Verläufen: Leuko- und Thrombozytose, Anämie
  • antinukleäre Antikörper (ANA): bei 80 % der Kinder mit Oligoarthritis und bei 30–40 % mit seropositiver Arthritis
  • Rheumafaktor: definitionsgemäß bei der seropositiven Polyarthritis nachweisbar, bei allen anderen Formen der JIA negativ (RF kann bei Kollagenosen positiv sein) 
  • HLA B27: nachweisbar bei enthesitisassoziierter Arthritis (80–90 %) und Psoriasis-Arthritis (30–40 %)

Bildgebung

Bildgebende Verfahren ermöglichen in der Verlaufskontrolle die Beurteilung des Gelenkzustands und sind somit wichtige Parameter für therapeutische Entscheidungen. Die meisten Fragestellungen können mit den Routineverfahren Sonografie und Röntgen beantwortet werden. Besondere Situationen können eine Klärung durch Magnetresonanztomografie erfordern.

Gelenksonografie

Die Sonografie gibt einen raschen Überblick über den Entzündungszustand der betroffenen Gelenke. 

  • Darstellung des Gelenkergusses und der verdickten, zottigen Synovialschleimhaut sowie der Vaskularisation im entzündeten Gewebe (Doppler)
  • Differenzierung zwischen Gelenkerguss und Tenosynovitis
  • Darstellung von Synovialzysten

Röntgen

Röntgenaufnahmen können frühestens 3-6 Monate nach Krankheitsbeginn arthritisbedingte Veränderungen – Wachstums-, Entwicklungs- und Formstörungen – darstellen.

Magnetresonanztomografie

Halswirbelsäule oder der Sakroiliakalgelenke, außerdem der Differenzialdiagnose. Wie alle anderen Verfahren darf auch die MRT nur zusammen mit der Klinik interpretiert werden.

Zur Beurteilung von Krankheitsaktivität und Therapieansprechen bei juveniler idiopathischer Arthritis

Literatur

  1. Deutsches Zentrum für Kinder- und Jugendrheumatologie Garmisch-Partenkirchen: Die juvenile idiopathische Arthritis: ein altes Krankheitsbild mit neuem Namen. 2006. http://www.rheuma-kinderklinik.de/uploads/media/02_Kinderrheuma_Fachwissen_-_Juvenile_idiopathische_Arthritis.pdf, aufgerufen am 26.06.2012