Diagnostik des Morbus Crohn

Aufgrund seiner relativ unspezifischen Symptome ist Morbus Crohn unter Umständen nicht von anderen entzündlichen oder malignen Darmerkrankungen abzugrenzen. Anamnese, körperliche Untersuchung und Laborwerte können oft nur Verdachtsmomente liefern, die letztlich durch Endoskopie, Histologie und bildgebende Verfahren bestätigt werden (1, 2).

Anamnese

  • bisher aufgetretene gastrointestinale Symptome und ihr Verlauf
  • Allgemeinbefinden
  • angewandte Medikamente
  • chronisch-entzündliche Darmerkrankungen in der Familie
  • extraintestinale Manifestationen, die möglicherweise schon einmal ohne Verdacht auf Morbus Crohn behandelt wurden

Körperliche Untersuchung

  • Hinweise auf ungewollten Gewichtsverlust
  • Fieber
  • perianale Beschwerden
  • extraintestinale Manifestationen
  • abdominelle Druckschmerzen, Resistenzen, tastbare Darmschlingen oder der Nachweis okkulten Blutes im Stuhl erhärten den Verdacht
  • bei Kindern und Jugendlichen: Untersuchungen zum Längenwachstum und zur körperlichen Entwicklung

Labor

  • Blutbild sowie Erhöhungen von BSG und CRP
  • Stuhluntersuchung auf pathogene Keime zum Ausschluss einer infektiösen Darmentzündung
  • Antikörpertest auf Saccharomyces cerevisiae (ASCA) kann positiv sein (bei Colitis ulcerosa meist negativ!)

Endoskopie

Bildgebung

Sonografie und radiologische Untersuchungen inklusive CT oder MRT zum Nachweis von entzündlichen Veränderungen, Stenosen, Abszessen und Fisteln.

Differenzialdiagnostische Abgrenzung zur Colitis ulcerosa

Literatur

  1. Hoffmann JC, Preiß JC, Autschbach F et al. S3-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Morbus Crohn“ Ergebnisse einer Evidenz-basierten Konsensuskonferenz der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten zusammen mit dem Kompetenznetz Chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Z Gastroenterol 2008; 46: 1094–1146
  2. Baumgart DC. Diagnostik und Therapie von Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Dt Ärztebl 2009; 106: 123-133
  3. Harrisons Gastroenterologie und Hepatologie, 1. Aufl. Zeitz M, Schmidt H H-J, Bojarski C (Hrsg.); ABW Wissenschaftsverlag, 2011
  4. Radke M et al. Behandlung chronisch entzündlicher Darmerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Gastroenterologe 2011; 6: 486–495