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Plaque-Psoriasis

Etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Plaque-Psoriasis

Die Prävalenz unter der hellhäutigen (kaukasischen) Bevölkerung in den westlichen Ländern wird mit 2–3 % angegeben, in Deutschland entsprechend ca. 1,5 Millionen Erkrankten (1, 2). 

Klinisch wird der Früh- vom Spättyp (Typ-1- bzw. Typ-2-Psoriasis) unterschieden (2):

Typ-1-Psoriasis (Frühtyp)Typ-2-Psoriasis (Spättyp)
Erstmanifestation< 40. Lebensjahr> 40. Lebensjahr
Familienanamnesemeist positivhäufig negativ
Assoziation zu genetischen Markerndeutlich (HLA-Cw6)gering

Verlaufeher schwereher leicht

Literatur zur Epidemiologie

  1. Mrowietz U, Kragballe, K, Reich K et al. Definition of treatment goals for moderate to severe psoriasis: a European consensus. Arch Dermatol Res 2011; 303: 1–10
  2. Nast A, Boehncke W-H, Mrowietz U et al. S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris. Update 2011. JDDG 2011; 9 (Suppl 2): S1–104

Plaque-Psoriasis durch überschießende Immunreaktion

Die Ätiologie und Pathogenese der Plaque-Psoriasis sind bis heute noch nicht vollständig verstanden. Angenommen wird eine erhebliche genetische Komponente. Verschiedene mit Psoriasis assoziierte Genorte konnten identifiziert werden: Sie betreffen immunregulatorische Gene sowie Gene der Haut.

Man nimmt an, dass auf der genetischen Grundlage ein antigener Reiz, z. B. ein Hauttrauma oder eine Infektion, eine T-Zell-vermittelte Immunreaktion auslösen kann. Bekannt ist, dass Tumornekrosefaktor (TNF) als entzündungsförderndes Zytokin eine zentrale Rolle bei der chronischen Entzündung spielt. So finden sich in den psoriatischen Hautläsionen erhöhte Konzentrationen von TNF.

Plaque-Psoriasis mindert die Lebensqualität

Die Plaque-Psoriasis manifestiert sich an verschiedenen Hautlokalisationen, v. a. an den Streckseiten der Extremitäten, Kopfhaut und Nägel. Aufgrund der Sichtbarkeit der Hautveränderungen wird die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigt. Dies kann zum sozialen Rückzug führen.

Klinisches Bild der Plaque-Psoriasis

Plaque-Psoriasis geht unter die Haut

Bis zu 20 % der Patienten mit Plaque-Psoriasis entwickeln eine Psoriasis-Arthritis, deren Symptome meist erst längere Zeit nach der Entzündung der Haut auftreten.

Psoriasis-Arthritis

Die Diagnose der Psoriasis ist eine Blickdiagnose. Sie wird meist anhand der typischen Morphologie der Hautveränderungen und der Inspektion der Prädilektionsstellen und der Nägel gestellt.

Diagnostik der Plaque-Psoriasis

Therapieziele: Erscheinungsfreiheit der Haut und gute Lebensqualität

Das Ziel der Psoriasis-Therapie ist die Freiheit von Hauterscheinungen.
Die Therapie orientiert sich am Schweregrad der Erkrankung und folgt klar definierten Zielkriterien, die im Behandlungsverlauf durch validierte Scores gemessen werden. Werden die Zielkriterien nicht erreicht, muss die Therapie modifiziert werden.

Die Therapie der Plaque-Psoriasis richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Um die entzündlichen Veränderungen der Haut und Nägel zu behandeln, werden abhängig von der Krankheitsschwere verschiedene Therapieoptionen eingesetzt: besondere Hautpflege als Basistherapie, topische Medikamente, physikalische Verfahren wie die Phototherapie mit UV-Licht allein oder kombiniert mit photosensibilisierenden Medikamenten (Photochemotherapie, PUVA) sowie systemische Medikamente.

Beim Vorliegen von Gelenksymptomen der Psoriasis-Arthritis werden diese entsprechend behandelt.

Für Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis und ungenügendem Ansprechen auf die konventionellen Therapieverfahren stellen seit einiger Zeit Biologika eine weitere Therapieoption dar. Biologika greifen gezielt in das Geschehen bei den chronischen Entzündungsvorgängen ein.

Therapie der Plaque-Psoriasis