Psoriasis-Arthritis

Psoriasis-Arthritis bei vielen Patienten mit Schuppenflechte

20–30 % aller Patienten mit Psoriasis erkranken im Verlauf an Gelenkentzündungen. Bei ca. 75 % gehen die Hautsymptome den Gelenksymptomen voraus. Die genaue Häufigkeit der Psoriasis-Arthritis ist bisher jedoch unbekannt.

Die Psoriasis-Arthritis tritt familiär gehäuft auf. Kaukasier sind stärker betroffen als andere Ethnien. Die Prävalenz der Psoriasis-Arthritis wird auf 0,1–0,2 % der Normalbevölkerung in Deutschland geschätzt. Man geht von 3,4 bis 8 Neuerkrankungen/100.000 Einwohner im Jahr aus. Bei den meisten Patienten beginnt die Psoriasis-Arthritis zwischen dem 30. und 55. Lebensjahr. Beide Geschlechter sind etwa gleichhäufig betroffen.

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ist die Mortalitätsrate bei Patienten mit schwerer Psoriasis-Arthritis erhöht.

Literatur zur Epidemiologie

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Immunvermittelte Entzündung in Haut und Gelenken

Die pathogenetischen Mechanismen der Psoriasis-Arthritis sind nicht vollständig aufgeklärt. Es wird angenommen, dass genetische, umweltbedingte und immunologische Faktoren eine wichtige Rolle bei der Entstehung der Erkrankung spielen.

Bei der Psoriasis-Arthritis ist die Entzündung der Synovia wie bei der rheumatoiden Arthritis durch eine Lymphozyteninfiltration charakterisiert. Die pathogenetischen Prozesse in der Haut und den Gelenken werden von Makrophagen und T-Zellen gesteuert, die eine Vielzahl proentzündlicher Zytokine, einschließlich TNF, sezernieren.

TNF spielt eine zentrale Rolle im Entzündungsgeschehen der Psoriasis und der Psoriasis-Arthritis. Bei Patienten mit Psoriasis-Arthritis sind sowohl in der Synovia als auch in den psoriatischen Plaques erhöhte TNF-Konzentrationen nachzuweisen.

Pathogenese der Psoriasis-Arthritis

Klinische Merkmale der Psoriasis-Arthritis

Anhand des Befallsmusters werden 5 Subtypen der Psoriasis-Arthritis unterschieden. Dazu gehört z.B. die Daktylitis, die sich als sogenannte Wurstfinger bzw. Wurstzehen präsentiert. Daneben sieht man asymmetrischen und symmetrischen Gelenkbefall sowie die Entzündung vorwiegend des Achsenskeletts. Nahezu alle Patienten mit Psoriasis-Arthritis leiden auch an Psoriasis mit Psoriasisbefall der Haut und oft auch der Nägel.

Weiter treten bei Psoriasis-Arthritis vermehrt extraartikuläre Manifestationen auf, wie z. B. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen und Augenentzündungen. Patienten mit Psoriasis-Arthritis haben außerdem eine verringerte Lebensqualität.

Die Funktionseinschränkungen und Behinderungen durch die Psoriasis-Arthritis sind vergleichbar oder schwerer als bei der rheumatoiden Arthritis.

Klinisches Bild der Psoriasis-Arthritis

Psoriasis-Arthritis früh erkennen

20–30 % der Psoriasis-Patienten entwickeln eine Psoriasis-Arthritis. In etwa 75 % der Fälle gehen die Hautsymptome der Arthritis zum Teil um bis zu 10 Jahre voraus. Die frühzeitige Diagnose und Klassifikation ist die Voraussetzung für eine rechtzeitig einsetzende systemische Therapie, um eine Gelenkzerstörung durch die Psoriasis-Arthritis zu verhindern. Die Diagnose der Psoriasis-Arthritis stützt sich auf die Anamnese, die Untersuchung der Gelenke und der Haut und weiterführende radiologische und rheumatologische Untersuchungen.

Diagnostik der Psoriasis-Arthritis

Die Differenzierung zwischen Psoriasis-Arthritis und anderen rheumatischen Erkrankungen, speziell zur rheumatoiden Arthritis, ist aufgrund des unterschiedlichen Krankheitsverlaufs und für differenzialtherapeutische Überlegungen notwendig.

Differenzialdiagnostische Abgrenzung der Psoriasis-Arthritis gegenüber anderen rheumatischen Erkrankungen

Zur Beurteilung der Krankheitsaktivität bei Psoriasis-Arthritis existieren noch keine validierten Messverfahren. Viele der verwendeten Messinstrumente wurden zur Beurteilung von Patienten mit rheumatoider Arthritis, ankylosierender Spondylitis oder Psoriasis entwickelt.

Beurteilung von Krankheitsaktivität und Therapieansprechen

Therapieziele: Schmerzfreiheit, Funktionserhalt und erscheinungsfreies Hautbild

Die Therapie der Psoriasis-Arthritis orientiert sich am Schweregrad und am Verlauf. Sie soll die Entzündung wirksam hemmen, schnell zur Schmerzlinderung führen, das Fortschreiten der Krankheit verhindern, die Funktionsfähigkeit erhalten sowie die Hauterscheinungen und die Lebensqualität verbessern.

Zur medikamentösen Therapie der Psoriasis-Arthritis werden je nach vorherrschender Symptomatik NSAR, Glukokortikoide (intraartikulär) und krankheitsmodifizierende Substanzen eingesetzt. Bei ungenügendem Ansprechen auf diese Medikamente stehen wirksame Biologika zur Verfügung, die spezifisch und effektiv in den psoriatischen Entzündungsprozess eingreifen.

Physiotherapie begleitet als grundlegender Bestandteil der Behandlungsstrategie die medikamentöse Therapie. Auch operative Maßnahmen wie Synovektomien und Gelenkersatz können notwendig werden.

Therapie der Psoriasis-Arthritis

Anamnese und Untersuchung der Hüft-, Knie- und Sprunggelenke