Rheumatoide Arthritis

Literatur zur Epidemiologie

  1. Schneider M, Lelgemann M, Abholz H-H. Interdisziplinäre Leitlinie Management der frühen rheumatoiden Arthritis. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, 2011. Springer, Berlin Heidelberg
  2. http://dgrh.de/fileadmin/media/Die_DGRH/Presse/Rheuma_in_Zahlen_presse_aktual.pdf
  3. European Commission, Indicators for Monitoring Musculoskeletal Conditions Project; http://ec.europa.eu/health/ph_information/dissemination/diseases/musculo_3.pdf
  4. Zeidler H, Zacher H, Hiepe F. Interdisziplinäre klinische Rheumatologie. 2nd ed. Springer; 2008: 36 

Rheumatoide Arthritis durch Fehlregulation des Immunsystems

Die Ursachen der rheumatoiden Arthritis sind bislang noch nicht bekannt. Vieles deutet darauf hin, dass die Erkrankung durch das Zusammentreffen spezifischer genetischer und Umweltfaktoren (z. B. Infektionen) entsteht.

Im Zentrum der Krankheitsentstehung steht eine Fehlregulation des Immunsystems: Von Immunzellen freigesetzte Botenstoffe, sogenannnte Zytokine, setzen einen Entzündungsprozess im Gelenk in Gang, der sich selbst aufrecht erhält. Eine bedeutende Rolle fällt hier dem proentzündlichen Zytokin TNF zu.

Unter dem Einfluss der entzündungsfördernden Zytokine kommt es auch zu einer vermehrten Aktivierung von Osteoklasten. Dies führt zu einem Ungleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau zugunsten des Knochenabbaus.

Pathogenese der rheumatoiden Arthritis

Die rheumatoide Arthritis betrifft den ganzen Körper

Die rheumatoide Arthritis ist eine in Schüben verlaufende fortschreitende Autoimmunerkrankung. Sie beginnt zumeist schleichend mit einer schmerzhaften Entzündung der kleinen Gelenke. Am häufigsten betroffen sind die proximalen Interphalangealgelenke (PIP), die Finger- und Zehengrundgelenke und die Gelenke der Hand- bzw. Fußwurzel. Es können aber auch andere Gelenke betroffen sein. In der Regel treten die Gelenkbeschwerden symmetrisch auf. Typische Entzündungszeichen, wie Schwellung, Rötung und Schmerzen, sind Ausdruck der Synovitis im Bereich der betroffenen Gelenke. Im Verlauf der Erkrankung kann es zum Befall weiterer Gelenke kommen. Wird die Entzündung nicht adäquat behandelt, kommt es zur fortschreitenden Gelenkzerstörung mit einem Verlust des Gelenkknorpels und der Knochensubstanz. Typisch für die entzündliche Gelenkveränderung ist die ausgeprägte Morgensteifigkeit, die für die Betroffenen oft sehr belastend ist.

Klinisches Bild der rheumatoiden Arthritis

Neben den Gelenken können auch Sehnen und Sehnenscheiden (Enthesitis) von der Entzündung betroffen sein. Weitere häufige Krankheitsmanifestationen außerhalb der Gelenke (extraartikuläre Manifestationen) sind entzündliche Veränderungen der Augen, Gefäße, inneren Organe und Nerven. Bei schweren Verläufen findet man nicht selten Rheumaknoten im subkutanen Gewebe, oft im Bereich der Streckseiten der Ellbogen.

Extraartikuläre Manifestationen der rheumatoiden Arthritis

Frühe Behandlung der rheumatoiden Arthritis notwendig

Die möglichst frühe Diagnosestellung ist von großer Bedeutung, denn bei zu spät beginnender oder unzureichender Behandlung kann die rheumatoide Arthritis durch fortschreitende Gelenkdeformierung und -zerstörung zu schwerer Behinderung, starken Schmerzen und zur massiv eingeschränkten Lebensqualität führen. Viele Patienten sind vermindert erwerbsfähig, mehr als die Hälfte kann ihren Beruf innerhalb von 10 Jahren nach Beginn der Symptome nicht mehr ausüben. Dadurch führt die rheumatoide Arthritis zu erheblichen psychosozialen Belastungen. Auch die Sterblichkeit von Patienten mit rheumatoider Arthritis ist höher als die der Normalbevölkerung, was vor allem auf ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen ist.

Prognose der rheumatoiden Arthritis

Therapieziel: Remission der rheumatoiden Arthritis

Heutiges Therapieziel ist das Erreichen einer Krankheitsremission oder zumindest einer möglichst niedrigen Krankheitsaktivität und die Verhinderung der fortschreitenden Gelenkzerstörung. Die möglichst frühzeitige Diagnosestellung erlaubt eine früh einsetzende Behandlung, idealerweise zu einem Zeitpunkt, zu dem noch keine Gelenkzerstörung vorliegt. Die regelmäßige Beurteilung der individuellen Krankheitsaktivität ermöglicht eine zielgerichtete Therapie. Patienten mit schweren Verläufen der rheumatoiden Arthritis sollten frühzeitig identifiziert werden. Bei residualer Krankheitsaktivität unter klassischer krankheitsmodifizierender Therapie (disease-modifying antirheumatic drugs, DMARDs), sollten diese Patienten frühzeitig eine Biologikatherapie erhalten.

Therapie der rheumatoiden Arthritis

Lehrfilm: Anamnese und Untersuchung
der Hände und Füße