AbbVie >  Hauterkrankungen > Acne inversa > Diagnostik der Acne inversa

Diagnostik der Acne inversa

Drei Diagnosekriterien

Im Durchschnitt dauert es mehr als zehn Jahre, bis die korrekte Diagnose, AI, gestellt wird.1 Die meisten Patienten haben dann schon eine wahre Odyssee an Arztbesuchen hinter sich.2 Eine frühe Diagnose und die rechtzeitige Einleitung adäquater Therapien soll schwere Krankheitsverläufe und starke Narbenbildung reduzieren.3

 

Acne inversa – Ihre Unterstützung bei der Diagnosestellung

Es ist wichtig, dass Acne inversa frühzeitig erkannt wird, damit eine bestmögliche Behandlung eingeleitet werden kann. Der Fragebogen, erstellt in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. med. Gregor Jemec, Experte für Acne inversa, unterstützt Sie bei der Diagnosestellung.

Zum Fragebogen

Die Diagnose AI wird in erster Linie klinisch gestellt und erfordert die Erfüllung dreier Kriterien:4,5

1. Typische Läsionen primärer und sekundärer Entstehung, die sich je nach Diagnosezeitpunkt und Schweregrad der Erkrankung im klinischen Bild stark unterscheiden:5,6

Tiefsitzende, schmerzhafte Knoten

  • Abszesse
  • Drainierende Fisteln
  • Vernarbungen

2. Die typische anatomische Lokalisation der Läsionen bei AI betrifft vor allem Körperbereiche, die reich an Duftdrüsen sind:

  • Achseln
  • Leistengegend
  • Perianal- und Perigenitalregion
  • Innenseiten der Oberschenkel

Darüber hinaus können Läsionen auch unter oder zwischen der Brust auftreten – diese Form ist häufiger bei Frauen anzutreffen.6

3. Die Läsionen sind chronisch-wiederkehrend, was bereits bei zwei Krankheitsschüben in sechs Monaten zutrifft.7

Darüber hinaus gibt eine umfassende Anamnese Aufschluss über weitere AI-assoziierte Merkmale, wie eine familiäre Häufung, Tabakkonsum oder ein hoher Body-Mass-Index bzw. Adipositas. Neben Inspektion und Palpation der betroffenen Regionen sind bei Verdacht auf Superinfektionen Abstriche sinnvoll. Um die Tiefenausdehnung von Fisteln festzustellen, eignen sich Ultraschall oder MRT.8

Differenzialdiagnostische Abgrenzung

Aufgrund einiger Parallelen zu anderen Erkrankungen ist die Diagnostik der AI eine Herausforderung. So ähneln Karbunkel, Furunkel, anal- oder vulvovaginale Fisteln sowie ein perianaler Morbus Crohn frühen AI-Läsionen und sollten deshalb als Differentialdiagnosen in Betracht gezogen werden.

AI zeigt symptomatische Ähnlichkeiten mit folgenden Erkrankungen:5,9

  • Akne: Acne conglobata mit Fistelbildung als schwerer Verlauf der Acne vulgaris
  • Bakterielle Infektionen:

    • Ischiorektal-/Perirektalabszesse
    • Tuberkulöser Abszess durch Mykobakterien
    • Sexuell übertragbare Infektionen wie nodulär-ulzerierende Syphilis, Granuloma und Lymphogranuloma venereum
    • Kutane und subkutane chronisch-fistelnde Abszesse durch Nocardien

  • Pilzinfektion: Blastomykose durch Blastomyces dermatitidis
  • Tumoren:

    • Zysten wie Epidermoide, Bartholin-Zysten oder Pilonidalzysten
    • Steatocystoma multiplex
    • Trichoepitheliome

Zur Beurteilung von Krankheitsaktivität und Therapieansprechen der Acne inversa

Literatur

  1. Bechara FG. MMW Fortschritte der Medizin 2016; (15):52-3.
  2. Saunte DM et al. Br J Dermatol 2015; 173(6):1546-9.
  3. Zouboulis CC et al. J Dtsch Dermatol Ges 2012; 10 Suppl 5:S1-31.
  4. Poli F, Jemec GBE, Revuz J. Clinical Presentation. In: Jemec GBE, Revuz J, Leyden JL, eds. Hidradenitis Suppurativa. Germany: Springer; 2006:11-24.
  5. Danby FW, Margesson LJ. Dermatol Clin. 2010;28(4):779-793.
  6. Jemec BE, Hidradenitis Suppurativa, NEJM 2012, 366(2) 158-64.
  7. Zouboulis CC et al. Dermatology (Basel) 2015; 231(2):184-90.
  8. Zouboulis CC et al. J Dtsch Dermatol Ges 10(Suppl 5):1-31, 2012.
  9. Revuz J: Hidradenitis suppurativa. JEADV 2009; 23:985-998.