Diagnostik des pädiatrischen Morbus Crohn

Die relativ unspezifischen Symptome des Morbus Crohn erschweren häufig die Abgrenzung von anderen entzündlichen, infektiösen oder malignen Darmerkrankungen. Anamnese, körperliche Untersuchung und Laborwerte können daher nur Hinweise auf die Erkrankung geben. Die Bestätigung der Diagnose beruht auf bildgebenden Verfahren (Ultraschall, Endoskopie, Röntgen, MRT) sowie den histologischen Befunden. Nach den S3-Leitlinien der DGVS sollte bei Verdacht auf pädiatrischen Morbus Crohn die initiale Diagnostik eine Ileokoloskopie sowie eine Ösophagogastroduodenoskopie jeweils mit Stufenbiopsieentnahme umfassen.3

Die Endoskopie sollte entweder unter Vollnarkose oder Analogsedierung durchgeführt werden. Die Empfehlung zur stets vorzunehmenden Ösophagogastroduodenoskopie ist der Tatsache geschuldet, dass ein hoher Anteil der pädiatrischen Morbus-Crohn-Patienten entzündliche Veränderungen des oberen Gastrointestinaltrakts aufweist.2 Zur Diagnosesicherung und Charakterisierung eines Morbus Crohn sowie zur Differenzialdiagnostik bei Colitis indeterminata bzw. bei Diagnoseunsicherheit erfolgt eine detaillierte Bildgebung des Dünndarms – oft eine MRT-Untersuchung.2 Trotz solcher umfassenden Untersuchungen kann die Erkrankung bei bis zu einem Drittel der Kinder zunächst weder einem Morbus Crohn noch einer Colitis ulcerosa zugeordnet werden, weshalb dann eine Colitis indeterminata bzw. eine unklassifizierte CED diagnostiziert wird.2,3 Im weiteren Verlauf ist bei bis zu 60 Prozent der Betroffenen eine Zuordnung möglich.3

Literatur

  1. Preiß JC et al. Z Gastroenterol 2014; 52:1431-1484.
  2. Buderus S. Monatsschr Kinderheilkd. 2010;158:745–751.
  3. Romano C et al. Pediatrics. 2008 Dec;122(6):e1278–81.