Pathogenese und Ätiologie des pädiatrischen Morbus Crohn

Die Ätiologie und Pathogenese des Morbus Crohn konnte bislang noch nicht eindeutig geklärt werden. Man nimmt eine multifaktorielle Genese an, bei der eine genetische Disposition zusammen mit Umweltfaktoren zu einer fehlerhaften Regulation des Immunsystems der Darmmukosa führen.1,2 Für eine genetische Komponente spricht, dass Kinder ein bis zu zehnfach höheres Risiko für eine CED aufweisen, wenn bereits ein Elternteil davon betroffen ist.3 Darüber hinaus wurde mittlerweile neben Mutationen im NOD-2-Gen eine Reihe weiterer Genloci identifiziert, deren Veränderung mit einer erhöhten Suszeptibilität für das frühe Auftreten von CED assoziiert ist.4

Bei der Erstmanifestation finden sich bei der Hälfte bis zwei Drittel der Kinder Entzündungen im Ileum und Kolon. Bei sechs bis 19 Prozent ist nur der Dünndarm befallen. Charakteristisch für pädiatrischen Morbus Crohn ist der hohe Anteil (30–76 %) an Patienten mit Beteiligung des oberen Verdauungstrakts.5,6 Zudem verläuft die Erkrankung meist aggressiver als bei Erwachsenen.6,7

Literatur

  1. Baumgart DC, Sandborn WJ Lancet. 2012 Nov 3;380(9853):1590–605.
  2. Harrisons Gastroenterologie und Hepatologie, 1. Auflage; Martin Zeitz, Hartmut H.-J., Schmidt, Christian Bojarksi (Hrsg.) ABW Wissensverlag, 2011.
  3. Day A. et al. World J Gastroenterol. 2012 Nov7;18(41):5862–5869.
  4. Halme L et al. World J Gastroenterol. 2006 Jun 21;12(23):3668–72.
  5. Buderus S. Monatsschr Kinderheilkd. 2010;158:745–751.
  6. Van Limbergen J et al. Gastroenterology. 2008 Oct;135(4):1114–22.
  7. Ruemmele FM et al. J Crohns Colitis 2014;8:1179–1207.