Diagnostik der Psoriasis-Arthritis1,2,3

Die frühzeitige Diagnose ist die beste Voraussetzung für eine rechtzeitig einsetzende systemische Therapie, um eine irreversible Gelenkzerstörung durch die Psoriasis-Arthritis (PsA) zu verhindern.

Das Vorliegen einer PsA ist wahrscheinlich, wenn folgende Kriterien (diagnostische Kriterien nach Moll und Wright4) gemeinsam vorliegen:

  • eine entzündliche Gelenkerkrankung
  • Psoriasis
  • negativer Rheumafaktor, keine Rheumaknoten

Die Diagnose der PsA kann schwierig sein, vor allem, wenn die psoriasistypischen Hautveränderungen fehlen. Sie stützt sich auf eine sorgfältige Anamnese, die Untersuchung der Gelenke und der Haut und weiterführende rheumatologische Untersuchungen.

Die Differenzierung zwischen PsA und anderen rheumatischen Erkrankungen, speziell zur rheumatoiden Arthritis, ist notwendig, weil die Erkrankungen unterschiedliche Therapien erfordern.

Differenzialdiagnostische Abgrenzung gegenüber anderen rheumatischen Erkrankungen.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Anamnese1,2,3

Die Anamnese umfasst neben der Familienhistorie und dem Vorliegen psoriatischer Hautveränderungen möglichst standardisiert:

  • Schmerzen im Bereich der Gelenke und Sehnen
  • Morgensteifigkeit mit Besserung durch Bewegung
  • Schmerzen und Schwellungen ganzer Finger oder Zehen
  • tiefsitzender Rückenschmerz

Körperliche Untersuchung1,2,3

  • Inspektion der Gelenke
  • Palpation
  • Untersuchung auf Organmanifestationen und Begleiterkrankungen

Bildgebung1,2,3

Mittels röntgenologischer Bildgebung lassen sich verschiedene Veränderungen der Gelenke darstellen:

  • Gelenkspaltverschmälerungen sowie auch völlig intakte Gelenke
  • Osteolysen (Pencil-in-Cup-Deformitäten)
  • Resorption der Finger- und Zehenendglieder
  • paramarginale Erosionen
  • Knochenzubildungen
  • an den peripheren Gelenken in Form von Ankylosen, Spornbildung und Protuberanzen
  • an der Wirbelsäule in Form von paravertebralen Knochenzubildungen und Hyperostosen an den Wirbelkörper-Vorderseiten
  • Subluxationen
  • Arthritis mutilans
  • asymmetrische Sakroiliitis 

GEPARD-Fragebogen unterstützt Frühdiagnose5

Der GEPARD-Fragebogen (GErman Psoriasis Arthritis Diagnostic Questionnaire) wurde entwickelt, um in einer Kooperation zwischen Dermatologen, Psoriasis-Patienten und Rheumatologen die Entwicklung einer PsA bei Psoriasis-Patienten früher zu erkennen. Mit 13 Fragen werden direkte und indirekte Zeichen einer Arthritis sowie Zeichen des entzündlichen Rückenschmerzes abgefragt.

Klassifikation: CASPAR-Klassifikationskriterien6

Literatur

  1. Köhm M, Behrens F. Diagnostik und Therapie der frühen Psoriasis-Arthritis. Z Rheumatol 2012; 71: 46–52.
  2. Boehncke et al. Psoriasis-Arthritis – eine interdisziplinäre Herausforderung. Dtsch Ärztebl 2006; 103: 1455–1461.
  3. Manger B. Checkliste Rheumatologie. Thieme, Stuttgart, 2012.
  4. Moll JM, Wright V. Psoriatic arthritis. Semin Arthritis Rheum 1973; 3: 55–78.
  5. Härle P, Hartung W, Lehmann P et al. GEPARD-Patientenfragebogen. Erfassung von Patienten mit Psoriasisarthritis aus einem ambulanten dermatologischen Patientenpool. Z Rheumatol 2010; 69: 157–163.
  6. Taylor W, Marchesoni A, Arreghini M et al. Classification criteria for the diagnosis of psoriatic arthritis: Development of new criteria from a large international study. Arthritis Rheum 2006; 54: 2665–2673.