Diagnostik der rheumatoiden Arthritis

Eine frühe Diagnose und Klassifizierung der RA sind prognoseentscheidend, denn damit ist eine schnelle Einleitung einer krankheitsmodifizierenden Therapie möglich. Vielen RA-Patienten ist es so möglich, ein weitestgehend uneingeschränktes Leben führen zu können.1

Essenziell für das Erkennen einer frühen RA ist die Unterscheidung zwischen einer Arthritis und einer reinen Arthralgie bei z. B. degenerativen Gelenkveränderungen. Anamnese und körperliche Untersuchung differenzieren zwischen Arthritis und Arthralgie. Labor und Bildgebung bestätigen die Diagnose.2

Anamnese und klinische Untersuchung2

Bei der Anamnese sollten die Art und Dauer der Schmerzen, Dauer der Gelenkschwellung, Anzahl und Verteilung der betroffenen Gelenke, Belastungsabhängigkeit, Morgensteifigkeit erfragt werden.

Patienten, die folgende Kriterien erfüllen, sollten einem Rheumatologen vorgestellt werden:

Patienten, die mindestens ein geschwollenes Gelenk aufweisen, dessen Schwellung auf keine andere Erkrankung zurück geführt werden kann (Ausschlussdiagnose).3

Die klinische Untersuchung erfasst Veränderungen aller Gelenke und Organsysteme. Typischer Befund für eine RA ist eine weiche, elastische Schwellung, das Gelenk ist schmerzhaft und steif.

Laboruntersuchungen2

Richtungsweisende Laborbefunde für die RA:

  • erhöhte Entzündungsparameter (BSG, CRP) spiegeln die Krankheitsaktivität wider
  • Nachweis von IgM-Rheumafaktoren (Spezifität ca. 80 %, Sensitivität ca. 70 %)
  • Nachweis von Antikörpern gegen zyklische zitrullinierte Peptide/Proteine (ACPA):
    im Allgemeinen deutlich höhere Spezifität (95 %) als Rheumafaktoren; bei früher RA prädiktiv für einen schwereren, v. a. erosiv-destruierenden Verlauf, hoher prädiktiver Wert bei einer noch undifferenzierten Arthritis

Bildgebende Verfahren2

Die Röntgenuntersuchung beider Hände und Füße ist essenziell. Typische erosive Gelenkveränderungen in einem der Prädilektionsgelenke beweisen schon eine RA. Ihr Fehlen schließt eine frühe RA jedoch nicht aus.

Andere bildgebende Verfahren – Szintigraphie, Gelenksonographie (inkl. Power-Doppler) und MRT – können zum Teil die Veränderungen früher darstellen. Der Nachweis einer vermehrten Gefäßbildung in der proliferierten Gelenkschleimhaut mittels Power-Doppler sowie die MR-tomographische Darstellung eines Knochenödems in Gelenknähe gelten als früheste Zeichen noch reversibler Veränderungen.

Lehrfilme: Anamnese und Untersuchung der Hände und Füße

Die aktuelle Leitlinie „Management der frühen rheumatoiden Arthritis“1 definiert einen Versorgungspfad für Patienten mit Gelenkbeschwerden.

Die ACR/EULAR-Klassifikationskriterien3 erlauben die Diagnosestellung der rheumatoiden Arthritis anhand eines Scores, der die Gelenksymptomatik, Entzündungsparameter, Rheumaserologie und die Dauer der Beschwerden erfasst.

Literatur

  1. https://dgrh.de/Start/Versorgung/Diagnostik-und-Klassifikation/Fr%C3%BChdiagnose.html, letzter Zugriff: 09.08.2018
  2. Schneider M,Lelgemann M, Abholz H-H. Interdisziplinäre Leitlinie Management der frühen rheumatoiden Arthritis. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, 2011. Springer, Berlin Heidelberg.
  3. Aletaha et al., Arthritis Rheum 2010; 62 (9):2569-2581.